Chilis fermentieren – nicht alles im Leben muss super scharf sein

Eine reiche Chili-Ernte ist Jahr für Jahr ein wundervoller Gartenmoment für mich. Unsere Chili-Pflanze produziert jetzt schon im dritten Jahr viele kleine rote Chili-Schoten, die super schön aussehen und sich vielseitig und lecker in der Küche einsetzen lassen.

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Ziemlich scharf… Chilis geben unter Anderem einen wundervollen Bartschmuck ab!

Meistens haben es die kleinen roten Schätze aber ganz schön in sich – da brennt nicht nur die Zunge, sondern gleich der ganze Mundraum – und das ist nur der Anfang.

Für viele ist die extreme Schärfe eher unangenehm und kann die Essfreude ganz schön beeinträchtigen. Ich esse selbst zwar gerne scharf, manch anderer aber leider so gar nicht.

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Chilis mit Rosmarin, Thymian, Ingwer und Knoblauch – perfekt zu mediterranen Gerichten.

Da ich beim Kochen aber nicht auf das leckere Chili-Aroma verzichten möchte, habe ich nach Lösungen für das Schärfe-Problemchen gesucht und bin wiedermal von meiner Fermento-Bibel inspiriert worden. Auch wer gerne scharf isst, sollte mal fermentierte Chilis probieren – das Chiliaroma entfaltet sich beim Fermentationsprozess zu einer vielfältigen Geschmacksvariation, die mit „rohen“ Chilis nicht zu vergleichen ist.

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Alles schön klein schnibbeln…

Rezept Chili-Würz-Lake

  • ein paar Chilis
  • Wasser
  • Salz
  • Einmachglas oder Marmeladenglas

Die Chilis werden entstielt, klein geschnitten und ins Glas geschmissen und alles wird mit Wasser bedeckt. Je weniger Wasser desto intensiver der Geschmack – aber halt auch die Schärfe. Wichtig ist, mindestens so viel Wasser aufzugießen, dass alle Gemüseteile von Wasser bedeckt sind und nicht herausragen (Schimmelgefahr).
Ich gebe immer relativ viel Wasser hinzu. Also z.B. 1/4 vom Glas mit Chilis füllen und dann 2/4 mit Wasser auffüllen. 1/4 lasse ich frei, damit noch genug Platz zum umrühren ist und alle Gemüseteile frei umher schwimmen können. Nun wird ordentlich gesalzen (auch hier frei nach Geschmack, oder ca. 2% des Gewichts der Schoten). Ich salze immer so, dass es schmeckt wie eine etwas versalzene Gemüsesuppe (also ca. 1-2 TL auf ein großes Marmeladenglas).

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Dill macht sich auch ganz wunderbar in der Würzsoße.

Das Gemisch lässt man mindestens 8 Stunden stehen (oder auch Tage, Wochen oder Monate) und rührt immer mal wieder um, damit sich kein Schimmel bildet (was bei der Schärfe und dem Salz aber ziemlich unwahrscheinlich ist – wenn alle Gemüseteile von Wasser bedeckt sind).
Auf diese Art und Weise können alle Chili-/Peperoni Sorten fermentiert und gleichzeitig haltbar gemacht werden. Man kann frei herum experimentieren z.B. mit verschiedenen beigefügten Gewürzen, oder anderem Gemüse, was dazu geschnibbelt wird. Ich mache sehr oft eine Chili-Knoblauch Mischung und experimentiere mit verschiedenen Kräutern – sehr lecker!

Wenn du dich generell für das Fermentieren interessierst, schau dir mal diesen Artikel an.

Einsatz beim Kochen

Die Einsatzmöglichkeiten für diese Würze sind unglaublich vielfältig. Ich habe bisher schon Folgendes getestet und für gut befunden:

  • in Zucchini- und Kürbissuppe – generell passt es gut in alle möglichen Suppen und Eintöpfe
  • zum Ablöschen von angebratenen Zwiebeln/Gewürzen
  • natürlich in Chili sin Carne
  • im Salatdressing bei asiatischen oder süß-sauren Salaten
  • in Marinade für Tofu/Sojaschnetzel/etc.
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So schöne Farben!

Benutzen kann man das Würzwunder entweder als Flüssigkeit – z.B. einen Schluck von der Lake mit in die Suppe – oder man fischt mit einem Löffel die eingelegten Chilli-Stücke heraus und würzt damit, oder isst sie pur. Die Schärfe geht größtenteils in die Salzlake über – in den Chili-Stücken bleibt nur eine angenehme Restschärfe zurück, dafür aber noch viel Aroma. Wenn man also das Aroma gerne haben möchte, aber nicht die ganze Schärfe, dann würzt man nur mit den fermentierten Chili-Stücken. Wenn einem die Schärfe nichts ausmacht, kann man alles pürieren und erhält eine dickere – scharfe – Würzsoße.

Nach ein paar Tagen sieht man Blubberbläschen und der Geruch intensiviert sich
Nach ein paar Tagen fängt es ordentlich an zu Blubbern und der Geruch intensiviert sich. Jetzt kann man alle zwei Tage mal probieren. Wenn einem der Geschmack gefällt (pürieren/oder auch nicht), ab in den Kühlschrank.

4 Kommentare zu „Chilis fermentieren – nicht alles im Leben muss super scharf sein

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