Tiny House – Stellplatz, Baurecht etc.

Hallo an Alle!

Einige haben ja vielleicht schon die Bilder von unserem Tiny House gesehen, dass nun fast fertig ausgebaut ist. Seitdem kommt auch immer wieder die Frage auf, wo unser Tiny House steht, wie das mit dem deutschen Baurecht geht und so weiter und so fort.

Wer einen guten Überblick über die rechtlichen Bestimmungen braucht findet hier ein sehr wertvolles Dokument 🙂

Hier gebe ich einen kleinen Einblick, wie wir es mit dem Tiny House machen. Diese Vorgehensweise passt bestimmt nicht für jeden – ist ja klar 😉

Unser Tiny House steht auf einem gepachteten Grundstück, das wir seit einigen Jahren als Garten nutzen. Das Land ist als Bauland mit 100qm Stellfläche ausgeschrieben und es liegt Innerorts. Trotzdem ist auf dem Grundstück kein Kanal verlegt, was später noch wichtig sein wird.

Bevor wir das Tiny House in Auftrag gegeben haben, haben wir uns bei der Stadt erkundigt, ob wir es auf dem Grundstück abstellen dürfen. Da die Stadt das Tiny House, aufgrund der Räder wie einen Wohnanhänger einstufte gab es grünes Licht – für das Abstellen brauchten/brauchen wir keine Baugenehmigung.

Als das Tiny House dann da war und wir es ausbauten, kamen in der Nachbarschaft Gerüchte auf, dass wir dort fest und dauerhaft drin wohnen würden – was jedoch nicht stimmt, da das Haus noch nicht mal fertig ausgebaut ist. Wir haben beispielsweise kein Wasser angeschlossen – was ein dauerhaftes Wohnen ja zumindest recht unbequem gestalten würde 😉

Da auf dem Grundstück kein Kanal verlegt ist und die Verpächter dies auch nicht wollen, ist ein wohnen im Tiny House zurzeit rechtlich auch gar nicht möglich – weil dafür nach deutschem Baurecht die Ver- und Entsorgung gesichtert sein muss.

Daraufhin ist die Stadt wieder auf uns zugekommen und hat uns mitgeteilt, dass wir doch besser eine Baugenehmigung erwirken, wenn wir uns öfter in dem Tiny House aufhalten wollen und es nicht nur „abgestellt“ ist. An dieser Stelle muss ich sagen, dass unsere Stadt bei dem Thema sehr aufgeschlossen ist und uns sehr gute beraten hat, was wir nun für Möglichkeiten haben – beim Tehma Tiny House ganz sicher keine Selbstverständlichkeit 😉

Mit der Stadt haben wir nun besprochen, dass wir das Tiny House als Gartenhaus genehmigen lassen und vorerst nicht darin wohnen. So können wir uns aber trotzdem darin aufhalten und es nutzen. Obwohl wir natürlich lieber ganz legal darin wohnen würden, ist diese Übergangslösung für uns erstmal in Ordnung. Mein Partner ist für das nächste Jahr beruflich ohnehin nicht in der Gegend und da mein Elternhaus direkt neben unserem gepachteten Garten liegt, wohne ich zur Zeit bei meinen Eltern, kann das Tiny House aber trotzdem tagsüber nutzen.

Das kommende Jahr werden wir daher nutzen, um uns nach einen Campingplatz oder einem Tiny House Park hier in der Gegend umzuschauen, wo wir dann legal und dauerhaft im Tiny House wohnen können.

Wie ihr seht, ist es mit dem deutschen Baurecht und dem autarken Wohnen schwierig bis umöglich, was schon irgendwie traurig ist. Man könnte sich nun ärgern und den Kopf in den Sand stecken usw. aber wozu? Wir lieben unser Tiny House. Es spiegelt unsere Ideale vom nachhaltigen, ressourcenschonenden, minimalistischen und weitgehend autarken Wohnen wieder. Jeden Moment im Tiny House kann ich voll und ganz genießen. Wir können zur Zeit nicht legal darin wohnen und das ist schade – trotzdem wollen wir uns davon nicht entmutigen lassen und sind von der Idee des Tiny Houses immer noch 100%ig überzeugt.

Natürlich haben wir in unserer Situation auch einfach viel Glück. Nicht jeder findet einen Stellplatz direkt neben dem Elternhaus und kommt so gut mit seinen Eltern aus, dass er für eine Weile dort gegen recht kleines Geld wohnen kann. Trotzdem finden wir, dass man mit der Nutzung eines Tiny Houses auch durchaus kreativ werden kann – ich nutze es beispielsweise im Moment als „Hobbyraum“ – vollkommen legal und mit der Stadt abgesprochen.

Ich werde euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten, was sich noch alles so Neues ergibt 🙂 Wenn ihr Fragen habt schreibt einfach eine Nachricht oder einen Kommentar.

 

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5 Kommentare zu „Tiny House – Stellplatz, Baurecht etc.

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  1. Ich verstehe gut, dass es Bauvorschriften geben muss, wir wollen ja wohl alle keinen Wildwuchs. Nur sollten die Behörden etwas vorwärts machen und gerade so innovativen Wohnformen, die wenig Platz brauchen, den Weg ebnen. Gibt es denn bei euch schon so Tiny House-Plätze?

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    1. Da stimme ich dir voll und ganz zu 🙂 Bisher gibt es bei uns nur Campingplätze, die dauerhaftes Wohnen erlauben. Das wäre also eine Möglichkeit dort mal anzufragen. Es sind aber auch in der Region hier Tiny House Parks geplant. Da ist aber natürlich die Frage, wie schnell die realisiert werden 😉

      Gefällt 1 Person

      1. Ach das kommt wahrscheinlich ganz drauf an. Ich habe noch nie auf einem Campingplatz gewohnt und kenne die Leute dementsprechend auch nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass mir das Leben auf einem Campingplatz einfach zu eng wäre, weil mir ein großer Garten wichtig ist und Freiraum. Trotzdem spricht ja nichts dagegen sich ein paar Campingplätze mal anzugucken 🙂

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